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Selbstständige Vorsorge

Selbständigerwerbende haben verschiedene Möglichkeiten, für den dritten Lebensabschnitt vorzusorgen

Selbständige dürfen eigene Vorsorge nicht vernachlässigen

«Spare in der Zeit, so hast Du in der Not». Das Sprichwort kennen wir alle und doch tun wir uns häufig schwer damit, es umzusetzen. Das gilt für das Privat- wie auch für das Berufsleben. Doch für Selbständigerwerbende lässt sich privat und geschäftlich nicht trennen. Deshalb ist es für sie besonders wichtig, ihre Altersvorsorge rechtzeitig zu planen. Sie haben dazu mehr Optionen als Angestellte, müssen aber weitreichende Entscheidungen selbst treffen.

Angestellte können entscheiden, ob sie eine dritte Säule (3a) eröffnen wollen oder nicht. Bei der ersten und zweiten Säule haben sie indes kaum Freiheiten. In der ersten Säule bezahlt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge für die AHV, die IV und die EO (Alters- und Hinterlassenenversicherung, Invalidenversicherung, Erwerbsersatzordnung), die andere Hälfte steuert zwingend der Angestellte bei. In der zweiten Säule sind die Arbeitnehmer normalerweise durch die Pensionskasse des Arbeitgebers versichert. Auch hier bietet sich ihnen kein individueller Gestaltungsfreiraum.

Anders bei Selbständigen. Sie haben mehr Optionen, müssen dafür aber Entscheidungen treffen zu einem Zeitpunkt, an dem man ungern an den dritten Lebensabschnitt denkt.

Obligatorische erste Säule

Die erste Säule ist auch für Selbständige obligatorisch, wobei sie sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmerbeiträge vollumfänglich selbst bezahlen. Die zweite und die dritte Säule sind für sie freiwillig - und viele machen von dieser Freiheit Gebrauch. Sei es, weil das eigene Unternehmen noch wenig Gewinn abwirft, sei es, weil auf einen späteren lukrativen Verkauf der Firma spekuliert wird. Oder aus einem anderen Grund. Wie auch immer, heikel ist es allemal. Wer nicht riskieren will, nach einem langen Berufs- und Unternehmerleben finanziell zwischen Stuhl und Bank zu fallen, sollte rechtzeitig vorsorgen.

In der ersten – also für alle obligatorischen – Säule gelten für Selbständigerwerbende andere Beitragssätze als für Angestellte. Zudem kommen bei Jahreseinkommen unter CHF 56‘400.- gestaffelte Sätze zur Anwendung, die sich je nach Jahreseinkommen bis hin zu einem Mindestbeitrag reduzieren. Die einbezahlten Beiträge können Selbständige bei der Steuerklärung vom Betriebsergebnis abziehen. Welche AHV-Leistungen sie dereinst in etwa erwarten dürfen, können sie Online in Erfahrung bringen. http://acor-avs.ch/conditions

Drei Optionen in der zweiten Säule

Die zweite Säule wurde geschaffen, um Versicherten in Kombination mit der ersten Säule den gewohnten Lebensstandard weitgehend zu sichern. Während Angestellte bei der Pensionskasse ihres Arbeitgebers angeschlossen sind, haben Selbständige mehr Spielraum.

Werden im eigenen Unternehmen Angestellte beschäftigt, müssen sie bei einer eingetragenen Vorsorgeeinrichtung angeschlossen werden. Bei dieser kann sich der Unternehmer zu denselben Konditionen wie seine Angestellten versichern lassen *.

Als Alternative kommt die Pensionskasse des Berufsverbandes in Frage, falls dieser eine solche besitzt ** . Ist dies nicht der Fall, kann man sich auch an den Schweizerischen Kaderverband wenden ***.

Als dritte Option bietet sich die Auffangeinrichtung BVG an, wobei diese sich eher für Personen eignet, die bei keiner anderen Kasse Unterschlupf finden.

Wichtig zu wissen ist, dass vor der Selbständigkeit angesparte Pensionskassenguthaben in allen drei Fällen übertragen oder für den Aufbau der eigenen Firma benutzt werden können.

Wertvolle Links:

* http://die-pensionskasse.ch/aufsicht-und-register/

**http://die-pensionskasse.ch/unternehmen/verbaende/

*** https://www.kaderverband.ch/de/bvg/berufliche-vorsorge.html

 

Mehr Spielraum bei der dritten Säule

In der dritten Säule haben Selbständigerwerbende auch mehr Spielraum als Angestellte, weil sie – wenn sie keiner Pensionskasse angeschlossen sind – bis zu 20% des Jahreserwerbseinkommens einzahlen dürfen (bei einem Maximum von CHF 33‘840.- gegenüber CHF 6‘768.- für Angestellte). Dies gilt für Selbständige mit Einzelfirma oder Personengesellschaft; Selbständige mit Kapitalgesellschaften werden in der dritten Säule Angestellten gleichgestellt.

Es gibt keinen «richtigen» Weg

Welche Lösung gewählt wird, hängt schlussendlich von der individuellen Ausgangslage - dem Jahreseinkommen, der familiären Situation etc. – ab. Bei der zweiten Säule können höhere steuerbegünstigte Beträge einbezahlt werden als bei der Säule 3a. Zudem sind Todesfall und Invalidität versichert. Allerdings verträgt das Sparen keinen Aufschub. So gesehen würde der Faktor Zeit für die Lösung mit der Säule 3a sprechen. Dies kann zum Beispiel wichtig sein, wenn in der ersten Phase der Selbständigkeit wenig Kapital zur Vorsorge zur Verfügung steht und man erst später einzahlen will (mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann man sich persönlich absichern). Im Weiteren kann man die Anlagestrategie weitgehend selbst bestimmen, was in der zweiten Säule nur begrenzt möglich ist.

Für welche Lösung auch immer man sich entscheidet - wichtig ist, dass man eine Wahl trifft und sich nicht auf die AHV-Rente begrenzt und auf gut Glück hofft!

 

 

 

Stellenmeldepflicht tritt in Kraft

  
Ab dem 1. Juli 2018 sind zu besetzende Stellen in Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von 8 % oder mehr (Schwellenwert) der öffentlichen Arbeitsvermittlung zu melden

Nun gilt es Ernst. Die von Bundesrat und Parlament ausgearbeitete Lösung zur Umsetzung der Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung» vom Februar 2014 ist ab dem 1. Juli 2018 Gesetz. Ab diesem Datum müssen offene Stellen in Berufsfeldern mit einer Arbeitslosenquote von acht Prozent oder mehr zwin-gend den regionalen Arbeitsvermittlungszentrun (RAV) gemeldet werden. Am 1. Januar 2020 sinkt der Schwellenwert auf fünf Prozent. Zahlenmässig sind derzeit das Bau- und das Gastronomiegewerbe stark betroffen, aber auch ande-re Berufskategorien.

Das schweizerische Stimmvolk hat im Februar 2014 der als Masseneinwanderungsinitiative bekannt gewordenen Vorlage mit dem Verfassungsgebot von «jährlichen Höchstzahlen und Kontingenten» zugestimmt. Nach hitzigen Debatten im Parlament und in der Öffent-lichkeit wurde eine Lösung gefunden, die auch für das Gewerbe vergleichsweise leicht um-zusetzen ist, wenngleich der administrative Aufwand zunehmen wird. Das Gesetz zielt da-rauf ab, den bei einem RAV gemeldeten Personen die zu besetzenden Stellen für einen Zeitraum von fünf Tagen exklusiv zur Verfügung zu stellen. Innerhalb dieser Frist ist es den Unternehmen untersagt, die Stelle anderweitig auszuschreiben.    
 
Wie funktioniert die Meldung?
Das Unternehmen muss die offene Stelle als erstes dem zuständigen RAV melden, in jener Region, in der die Stelle zu vergeben ist. Dies gilt auch für Arbeitsvermittler und die Ar-beitsverleiher. Es ist daher wichtig, ein detailliertes Stellenprofil anzulegen, damit das RAV dem Unternehmen optimal passende Stellengesuche übermitteln kann. Mit der zentralen Plattform www.arbeit.swiss steht ein Onlineinstrument zur Verfügung, bei dem in über-sichtlicher Form Stellen gemeldet und laufend neue Informationen aufgeschaltet werden können. Es geht aber auch unkomplizierter, nämlich telefonisch oder persönlich.
 
Nach der Meldung beginnt die erwähnte Frist von 5 Tagen, während der die Stelle nicht über andere Kanäle ausgeschrieben werden darf. Die RAV sind angehalten, den Unterneh-men geeignete Dossiers innerhalb von drei Tagen zu unterbreiten. Dadurch erhalten die Stellensuchenden einen zeitlichen Vorsprung, um sich zu bewerben. Die Unternehmen prü-fen die Dossiers und melden dem RAV, ob sich geeignete Kandidatinnen oder Kandidaten herauskristallisieren. Ist letzteres nicht der Fall, darf die Stelle wie gewohnt ausgeschrieben werden.


Keine Regel ohne Ausnahme
Es gibt auch Ausnahmen. So fällt die Meldepflicht weg, wenn eine Stelle intern besetzt werden kann, und zwar mit einer Person, die seit mindestens 6 Monaten im Unternehmen tätig ist. Ebenfalls ausgenommen sind Fälle, in denen die Besetzung der Stelle entweder durch Angehörige einer zeichnungsberechtigten Person möglich ist oder wenn die Anstel-lung maximal 14 Kalendertage dauert. Kurzarbeitseinsätze müssen also nicht gemeldet werden. Im Weiteren kann ein Arbeitgeber die Meldepflicht verhindern, wenn er direkt beim RAV registrierte Stellensuchende anstellt, deren Profile auf www.arbeit.swiss publi-ziert sind.

Welche Berufsarten sind betroffen?
Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) publiziert auf www.arbeit.swiss regelmässig eine Liste mit den betroffenen Berufsgruppen und Branchen. Auskünfte können auch tele-fonisch bei einem Arbeitsvermittlungszentrum eingeholt werden. Es kann für einen Arbeit-geber herausfordernd sein, anhand des Stellentitels zu entscheiden, ob die betroffene Stel-le einer Meldepflicht untersteht oder nicht. Daher ist es wie bereits erwähnt unbedingt zu empfehlen, detaillierte Stellenprofile zu erarbeiten. Zum jetzigen Zeitpunkt sind rund 270 Berufsbezeichnungen erfasst, viele davon entfallen auf das Bauhaupt- und Baunebenge-werbe sowie auf den Gastrobereich. Die Liste dürfte bedeutend umfassender werden, wenn der Schwellenwert ab 2020 auf fünf Prozent reduziert wird.

Was passiert bei Nichteinhaltung?
Wer sich nicht an die Meldepflicht hält, muss mit empfindlichen Bussen rechnen. Bei Vor-sätzlichkeit können diese bis zu CHF 40‘000.- betragen. Kontrollen erfolgen aufgrund einer risikobasierten Strategie. Liegen Anzeichen für Verstösse vor, wird nachgehakt. Eine Mehr-heit der Kantone möchte die Kontrollen allerdings den Schwarzarbeitsinspektoren übertra-gen, wobei aus Datenschutzüberlegungen noch Abklärungen im Gange sind. Dessen unge-achtet nehmen einige Kantone die Kontrollen bereits auf, indem sie etwa publizierte Aus-schreibungen mit beim RAV gemeldeten offenen Stellen vergleichen.

 

 

 

Work in Progress

Entwurf zum Thema „Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG“

Work in Progress!

Liegt das BVG auf dem Sterbebett? Diesen Eindruck kann erhalten, wer nach dem angekündigten Ausstieg der AXA aus dem Vollversicherungsmodell die laufende Debatte über das BVG verfolgt. Es besteht indes weder Grund zur Panik noch zu übereilten Aktionen. Der Zeitpunkt ist allerdings ideal, das eigene Vorsorgemodell der 2. Säule einer detaillierten Analyse zu unterziehen.

Die Spatzen pfeifen es seit Langem von den Dächern: das BVG steht unter Druck! Die hohen gesetzlichen Vorschriften mit nach Meinung der Fachleute viel zu hohem Umwandlungssatz (und damit de facto einer vorgeschriebenen Umverteilung von Jung zu Alt) – aber auch die strengen Auflagen des Schweizer Solvenztests (SST) – bieten begrenzt attraktive Rahmenbedingungen für Vorsorgeanbieter. Zudem werden die Stimmen lauter, die unter den aktuellen Bedingungen an der langfristigen Finanzierbarkeit der 2. Säule zweifeln.

Der Markt ist in Bewegung

Mit ihrem Entscheid, aus dem Vollversicherungsmodell auszusteigen und stattdessen teilautonome Lösungen mit Sammelstiftungen anzubieten, hat die AXA einen Stein ins Rollen gebracht. Allerdings kam dieser Entscheid für Insider keineswegs überraschend. Obwohl Vollversicherungen weiterhin angeboten werden, geht der Trend klar in Richtung Veränderung.

Offene Fragen

Verständlicherweise machen sich die Verantwortlichen vieler Unternehmen Gedanken über die Zukunft ihrer Vorsorgelösungen. Sollen sie auf Vollversicherungen setzen, eine teilautonome oder autonome Lösung anstreben? Was wären die Konsequenzen des einen oder anderen Entscheids? Dies nicht zuletzt in personeller Hinsicht, denn die Ausgestaltung der Beruflichen Vorsorge ist ein eminent wichtiger Faktor, wenn es darum geht, neue Mitarbeitende zu gewinnen.

Kompetente Antworten von Confides

Es gibt viele offene Fragen, zu deren Beantwortung wir gerne Hand bieten. Ungeachtet des Entscheids der AXA – der Bewegung in die BVG-Debatte gebracht hat – sollte jedes Unternehmen sein Modell der beruflichen Vorsorge so oder so regelmässig überprüfen bzw. überprüfen lassen. Doch nun ist der Zeitpunkt geradezu ideal.

Beim BVG verhält es sich nicht anders als in allen anderen Geschäftsbereichen: Work in Progress! Mit anderen Worten: Regelmässig hinterfragen und neu beurteilen, nicht nur, weil sich Rahmen- und Marktbedingungen ändern, sondern weil sich dadurch Optimierungsspielraum auftut. Im Idealfall sollten dann beim gleichen Versicherer über längere Zeit lediglich kleinere Anpassungen und Korrekturen nötig sein. Basis für eine gute Entscheidung ist ein neutraler Marktüberblick, bei dem verschiedene Optionen gegenüber gestellt werden.

Wir unterstützen Sie bei diesem Prozess gerne.

Welche Faktoren sind entscheidend?

Zur Durchführung einer seriösen Analyse des Vorsorgemodells sind die Eckwerte des Unternehmens entscheidend. Eine Patentlösung, die für alle Betriebe gilt, gibt es nicht. Jede Firma ist anders aufgestellt und hat eine andere Ausgangslage.

Folgende Faktoren können einen Einfluss auf die Beurteilung haben:

  • Personalbestand (Anzahl der Mitarbeitenden und das Durchschnittsalter)
  • Lohnsumme: Hier geht es primär darum, welcher Lohn versichert wird und wo Spielraum genutzt werden kann
  • Unternehmensstruktur
  • Inländische und internationale Tätigkeitsfelder
  • Abdeckung bei den weiteren Sozialleistungen
  • Individuelle Eckdaten

Wir verfügen zusammen mit unseren Netzwerkpartnern über langjährige Erfahrung und Expertise im Vorsorgebereich. Wir können Sie deshalb bei Ihrer Entscheidungsfindung bestens unterstützen, ebenso bei der Mitarbeiterkommunikation, sollte dies aufgrund grösserer Veränderungen notwendig sein.

Sie dürfen eine bestens fundierte, individuelle Auslegeordnung für Ihr Unternehmen erwarten, auf deren Basis Sie die optimale Entscheidung treffen können. Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung per E­-Mail oder Telefon 061 283 10 00.

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